Ein Mahnmal für Jülich gegen das Vergessen

Die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e.V. hat die Errichtung eines Mahnmals zum Gedenken an die Verfolgung und Ermordung der Mitbürger jüdischen Glaubens aus dem Jülicher Land gefördert.

Das Mahnmal fügt sich aus zwei geschwungenen schwarzen Granitblöcken zusammen. Gegenüberstehend zwei menschliche Skulpturen, die das notwendige Aufeinander-zu-gehen symbolisieren. Auf den geschwungenen Mauern sind Namen eingemeißelt.

Das Mahnmal ist eine Arbeit von Michael Wolf, Bildhauer und Steinmetz aus Jüchen. Es wurde am 02. Dezember 2001 um 11.30 Uhr auf dem Propst-Bechte-Platz unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Wolfgang Clement errichtet.

Aus dem Jülicher Land wurden im Dritten Reich über 270 jüdische Mitbürger ermordet. Ihre Gräber sind nirgendwo. Aber wir kennen ihre Namen, wissen um ihr Leben unter uns. Unser Mahnmal gibt den Ermordeten ihre Namen zurück. Die Namen der Opfer werden unauslöschlich in den Granit gemeißelt.

In absehbarer Zeit wird es keine Zeitzeugen des schrecklichsten Abschnitts deutscher Geschichte mehr geben. Das Leid der Opfer, der Menschen, die aus rassistischen oder politischen Motiven gequält, gefoltert und ermordet wurden, darf nicht in Vergessenheit versinken.

Menschen muss heute wieder deutlich gemacht werden, wo Menschenverachtung und Diskriminierung enden können. Mit unserem Mahnmal wird in Jülich aktive Erinnerungsarbeit geleistet, die jetzigen und zukünftigen Generationen einen Weg aufzeigt, zu einem solidarischen Zusammenleben ohne Rassismus, Hass und Intoleranz.

Wie nötig es gerade heute ist, sich gegen Rassismus und Faschismus zu engagieren, zeigen solche Ereignisse wie die ständigen Angriffe auf ausländische Mitbürger, die Überfälle auf Obdachlose, die Schändung jüdischer Friedhöfe, die zunehmende Zahl faschistischer und rassistischer Seiten im Internet.

Wir dürfen - in Verantwortung vor unserer Geschichte und den heute lebenden Menschen - nicht wegsehen, jede/r ist aufgerufen, dieser Entwicklung entgegen zu treten:

Faschismus/Rassismus ist keine Weltanschauung, sondern ein Verbrechen!

 

 

 



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